REISEfieber Herbst I Winter 2424
- 156 - REISEfieber kann kaum glauben, dass ich völlig entspannt und vor allem aufrecht auf sie zugehe. Ich bedanke mich nochmals bei meiner Retterin und wir machen uns auf den Weg zurück zu unserer Villa. Es ist schon dunkel, als wir bei einem verspäteten Sundow- ner auf der Terrasse sitzen. „Dann können wir ja morgen viel- leicht doch die Inselrundfahrt mit Schnorcheln inklusive einer Besichtigung eines Dorfs machen?“, fragt Ilse. Ich nicke und nehme zur Sicherheit noch eine Schmerztablette ein. Inselumrundung Am frühen Morgen legt unser Motorboot ab und wir machen uns auf denWeg zu einer kleinen Bucht namens „Blue Lagoon“, unserem ersten Halt zum Schnorcheln an diesem Tag. Billy, Sam und Chris wollen uns „ihre“ Insel zeigen. Alle drei stammen aus einem kleinen Fischerdorf namens Prek Svay, das am anderen Ende Koh Rongs liegt und demwir heute einen Besuch abstatten werden.Wir genießen den saftenWellengang und den warmen Wind, der durch die hohe Geschwindigkeit des Bootes entsteht. Koh Rong ist die zweitgrößte Insel in Kambodscha und es gibt bis heute keine Straße durch den schier undurchdringlichen tro- pischen Regenwald. „Meine Insel war zu Zeiten der Roten Khmer menschenleer, denn alle Inselbewohner wurden vertrieben und jeder getötet, der sich ihnen widersetzte. Erst Anfang der 1990er- 1: Das „Royal Sands“ liegt weitläufig direkt an einem der schönsten Strände auf der Insel Koh Rong. 2: Gleich am ersten Abend genießen wir diesen Sonnenuntergang auf der Terrasse unserer Beach-Pool-Villa. 1 2 europäischen Reiseländern inklusive Deutschland mal eine dicke Scheibe abschneiden“, denke ich so bei mir, als mir der nächste stechende Schmerz in dieGlieder fährt. Lucky schaut mich irritiert an und Ilse erklärt ihr mein Leiden. Die Therapeutin untersucht mich kurz, indem sie sanft meinen Rücken bis zu den Beinen ab- tastet. Sie nickt unmerklich: „Is it allowed to take your body?“, fragt sie mich. Ich lächle sie an und nicke. Ich folge Lucky in den Behandlungsraum. Schon bei den ersten Handgriffen merke ich, dass sie eine absolute Meisterin ihres Fachs ist. Das leichte Massieren großflächig um das Schmerzzentrum herum wird immer fester, der Muskelkrampf, der auf den Ischiasnerv drückt, wird anscheinend von außen nach innen gelöst. Ich merke, wie die Verkrampfungen des gesamten unteren Rückenbereichs sich langsam, aber sicher lösen. Lucky benützt nun ihre Ellenbogen und arbeitet sich tiefer und tiefer in den Muskelkrampf hinein. Das ist beileibe nicht immer angenehm, aber ich beiße die Zähne zusammen und langsam, aber sicher lässt die Blockade und damit auch der Schmerz nach. Die erfahrene Therapeutin be- nötigt ganze 90 Minuten, bevor sie mit dem Ergebnis zufrieden ist. „Please stand up and let me know how you feel now?“, fragt sie mich. „I feel like new born and you are a genius!“, antworte ich. „Please come back tomorrow, same time!“, sagt Lucky, wäh- rend sie mich zum Ausgang begleitet. Ilse wartet schon und
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